EU AI Act: Was seit August 2026 gilt und was das für deine Jobsuche bedeutet
Seit dem 2. August 2026 gilt die europäische KI-Verordnung weitgehend, kurz davor wurden Teile verschoben. Was jetzt gilt und was das für deine Jobsuche bedeutet.
Mit KI-Unterstützung erstellt, fachlich geprüft von Jonathan Haag am .
Seit dem 2. August 2026 gilt der EU AI Act, die europäische KI-Verordnung, in weiten Teilen. Kurz davor hat die EU einige Regeln geändert und Termine verschoben. Deutschland hat außerdem festgelegt, wer die Einhaltung überwacht. Hier liest du, was jetzt gilt, was später kommt und was das für deine Jobsuche bedeutet.
Was seit dem 2. August 2026 gilt
- Transparenz: Wer mit einem Chatbot spricht, muss erkennen können, dass es eine KI ist. Von KI erzeugte Inhalte müssen maschinenlesbar gekennzeichnet sein, Deepfakes offengelegt werden. Für KI-Systeme, die schon vorher auf dem Markt waren, gilt die Kennzeichnungspflicht ab dem 2. Dezember 2026.
- Aufsicht: Die nationalen Behörden überwachen jetzt, ob Unternehmen die Regeln einhalten. In Deutschland ist das vor allem die Bundesnetzagentur. Das regelt das deutsche KI-Gesetz (KI-MIG), das seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist.
- Verbote: Sie gelten schon seit Februar 2025. Verboten ist zum Beispiel, mit KI die Gefühle von Beschäftigten am Arbeitsplatz zu erkennen.
Was verschoben wurde
Am 27. Juli 2026 ist eine Änderung des AI Act in Kraft getreten, der sogenannte Digital Omnibus. Das Europäische Parlament hatte am 16. Juni 2026 zugestimmt. Die wichtigste Folge für die Arbeitswelt:
- KI in Bewerbung und Personalarbeit: KI-Systeme, die Bewerbungen filtern, Stellenanzeigen gezielt ausspielen, über Beförderungen oder Kündigungen mitentscheiden oder Leistung überwachen, gelten als Hochrisiko-KI. Die strengen Pflichten für solche Systeme gelten jetzt erst ab dem 2. Dezember 2027, statt wie geplant ab August 2026.
- KI in Produkten, etwa als Sicherheitsbauteil in Maschinen: ab dem 2. August 2028.
KI-Kompetenz bleibt Pflicht der Arbeitgeber
Seit Februar 2025 verlangt der AI Act, dass Unternehmen, die KI einsetzen, sich um die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten kümmern. Mit der Änderung vom Juli 2026 ist diese Pflicht abgeschwächt, aber nicht abgeschafft:
- Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen, müssen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern.
- Ein bestimmtes Niveau müssen sie nicht mehr garantieren.
- Ein Zertifikat schreibt das Gesetz nicht vor. Laut EU-Kommission genügt es, wenn Unternehmen ihre Schulungen intern festhalten.
- Seit August 2026 können die Behörden das überprüfen.
Was bedeutet das für dich?
- KI-Kenntnisse sind ein Pluspunkt bei der Bewerbung. Unternehmen, die KI einsetzen, müssen die KI-Kompetenz ihres Teams fördern. Wer schon KI-Kenntnisse mitbringt und sie belegen kann, spart dem Arbeitgeber diesen Aufwand.
- Ein Nachweis zählt, auch ohne Pflichtzertifikat. Das Gesetz verlangt kein Zertifikat. Ein Abschluss einer Weiterbildung zeigt trotzdem schwarz auf weiß, was du kannst.
- Bei KI im Bewerbungsverfahren gilt: Die strengen Regeln für KI, die Bewerbungen filtert, kommen erst ab Dezember 2027. Ein Chatbot muss sich aber schon jetzt als KI zu erkennen geben.
- KI lernen, gefördert: In unserer Weiterbildung zum KI Automatisierungs-Projektmanager ist der EU AI Act Teil des ersten Moduls. Ob die Agentur für Arbeit deine Weiterbildung fördert, siehst du im Fördercheck.
Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act), konsolidierte Fassung vom 27.07.2026Primärquelle
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus)Primärquelle
- KI-MIG vom 22.07.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 223)Primärquelle
- EU-Kommission: AI Literacy – Questions & Answers (Stand 27.07.2026)Primärquelle
- Europäisches Parlament: „AI Act: EP approves simplification measures and nudifier app ban“Primärquelle
